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Emmanuel Levinas

Levinas
Photo: Bracha L. Ettinger

Leben

Emmanuel Levinas war ein Sohn des Buchhändlers Jehile Levinas und seiner Ehefrau Dwora, geb. Gurwitsch. Levinas, der mit der Tora und der klassischen russischen Literatur von Puschkin, Tolstoi und Dostojewski aufwuchs, studierte ab 1923 Philosophie an der Universität Straßburg. Hier kam er in Kontakt mit Charles Blondel, Maurice Halbwachs, Maurice Pradines, Henri Carteron und Maurice Blanchot, mit dem Levinas eine lebenslange Freundschaft verband. Von 1927 bis 1928 setzte er sein phänomenologisches Studium fort an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bei Edmund Husserl und Martin Heidegger. 1930 promovierte Levinas mit der Dissertation zum Thema Théorie de l'intuition dans la phénoménologie d' Husserl (dt. Die Theorie der Anschauung in der Husserlschen Phänomenologie). Im selben Jahr erhielt er die französische Staatsbürgerschaft.

1931 übersetzte Levinas zusammen mit Gabrielle Pfeiffer die Cartesianischen Meditationen von Husserl. Von 1934 bis 1939 arbeitete er in Paris an einem Ausbildunginstitut für jüdische Lehrer. Levinas geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft und kam in ein Lager in der Lüneburger Heide. Als er 1945 erfuhr, dass seine Eltern und Brüder in Litauen der nationalsozialistischen Ausrottungspolitik zum Opfer gefallen waren, schwor er, nie wieder deutschen Boden zu betreten. 1946 wurde Levinas Direktor der École Normale Israélite Orientale, wo er Philosophie lehrte. 1961 habilitierte er sich mit einer Schrift über Totalität und Unendlichkeit. 1967 wurde er Professor in Nanterre, wo sich eine Zusammenarbeit mit dem französischen Philosophen Paul Ricoeur entwickelte. 1970 erhielt Levinas den Ehrendoktor der Loyola-Universität in Chicago. Von 1973 bis zur seiner Emeritierung im Jahr 1976 lehrte er an der Pariser Sorbonne. Ebenfalls 1973 erhielt er einen weiteren Ehrendoktor von der Katholieke Universiteit Leuven. 1985 erhielt er den 7. Premio Internazionale Federico Nietzsche der italienischen Nietzsche-Gesellschaft zusammen mit Domenico Corradini und Emanuele Severino. 1989 erhielt er den Balzan-Preis für Philosophie.






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